Video Neue Hakeburg in Kleinmachnow

So richtig hat dieses Gebäude, die Neue Hakeburg, seine Bestimmung noch nicht gefunden.

Die Neue Hakeburg in Kleinmachnow

Eine Trutzburg sollte es werden, aber irgendwie ist sie zu klein dafür. Zur Einweihung 1908 sollte der Kaiser kommen, aber der sagte ab. 10 Jahre später pachtete eine Porzellanfabrik aus Teltow Namens Pfannenstiel das Anwesen und noch mal 20 Jahre später verkaufte von Hake es an die Reichspost. Jetzt wurde es wohl zum ersten mal zu einer wahren Trutzburg, denn der Reichspostminister riegelte sie hermetisch ab.

Hier wurde nun geforscht und entwickelt. Alles für den Endsieg. Bis zu 900 Wissenschaftler und Techniker der Reichspost arbeiteten in Kleinmachnow auf dem Areal. Sie entwickelten fernsehgesteuerte Panzer- und Raketensteuerungen und entschlüsselten Geheimcodes des gegnerischen Funkverkehrs, wodurch die Nationalsozialisten die Gespräche zwischen Roosevelt und Churchill verfolgen konnten. Man forschte hier sogar im Bereich der Kernphysik. Albert Speer behauptete später, dass es dabei um die Vorbereitung einer deutschen Atombombe ging.

Der Krieg ist vorbei und die Fundament GmbH übernimmt das Gelände mit dem Gebäude (Die SED-Firma Fundament GmbH war einer der größten Besitzer bebauter Grundstücke in der DDR. Sie verwaltete die Gebäude der Orts-, Kreis- und Bezirkssekretariate der Partei sowie etliche Schulungsbauten) und damit blieb die kleine Burg mit den errichteten Nebengebäuden eine Trutzburg. 1948 eingeweiht als SED-Elite Institut von Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl und Walter Ulbricht: die „Waffenschmiede des Sozialismus“. Wenige Monate später verkündete Ulbricht in Kleinmachnow den Willen der SED, einen „eigenen Staat“ zu gründen.

In die Neue Hakeburg selber zog ein „Klub der Intelligenz“, der „Joliot-Curie-Klub“. Hier gaben sich unter anderem Christa Wolf, Wolf Biermann und Manfred Krug die Ehre. Damit war 1967 Schluss. Die Burg wurde ein Gästehaus für die SED. Berühmt-berüchtigte Gäste waren z.B.: Chruschtschow, Fidel Castro, Jassir Arafat und  Michael Gorbatschow.

Sechs Jahre nach der politischen Wende von 1989 wurde der Seeberg an die Deutsche Telekom als Rechtsnachfolgerin der Reichspost rückübertragen, die verkauften die Gebäude und die Burg.

Und wieder trotzte die Trutzburg. Als Hotel wollte die Neue Hakeburg wohl nicht weiter dienen und der Investor gab auf.

Die anderen Reichspostbauten aus dem 3. Reich erwarb die Berlin Brandenburg International School. Eine kommunale Grundschule sowie eine Freie Waldorfschule ergänzen den Kleinmachnower „Bildungscampus“.

Was aus der Hakenburg wird, ist noch offen. Aber ich bin sicher, sie wird so lange eine Trutzburg bleiben und jeder Nutzung trotzen, bis für sie die richtige Bestimmung gefunden ist.


Dieses ursprünglich „Verbotene Land“, auf dem an „Fernseh Torpedos“ geforscht wurde, also an Torpedos mit kleinen Kameras an der Spitze, erforschten wir aus der Luft mit einer Drohne, einer Kamera Drohne und umflogen die Neue Hakeburg in Kleinmachnow. Bei strahlendem Herbstwetter und einem Feuerwerk an buntem Laub.

Da wir noch innerhalb der Kontrollzone vom Flughafen Berlin-Schönefeld waren, betrug die Aufstiegshöhe max. 50m.

Die Luftaufnahmen und Gruppenaufnahmen (Video und Fotografien) entstanden während einer Fototour mit Teilnehmern von Fototouren-Berlin! Aufnahmen von Klaus und Andrea: Rolf Kanis!

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