DJI Inspire 1: Vorsicht bei Kompassfehlern

DJI Inspire 1: Vorsicht bei Kompassfehlern

Wenn man die DJI Inspire 1 im sogenannten P-Mode (=Positioning) fliegt, ist sie wunderbar stabil. Sie steht wie angenagelt fest an einer Position und Höhe, ideal um in aller Ruhe Fotos zu schiessen oder einen schönen Schwenk in einem Video zu machen.

Um diese Stabilität zu erreichen, verwendet sie einen regelrechten Zoo an Sensoren, deren Messwerte alle berücksichtigt und miteinander verrechnet werden: Gyroskop, Accelerometer, Kompass, Barometer, Ultraschallentfernungsmesser, GPS, sowie eine zusätzliche Kamera die nach unten blickt und erkennt, wenn der Copter abdriftet.

Diese Ganze ausgefeilte Technik ist aber nicht unproblematisch, wenn man sich zu sehr darauf verlässt und dadurch beginnt, in seiner Aufmerksamkeit nachzulassen.

So kann es zum Beispiel in der Nähe von grossen Metallansammlungen (z.B. bei alten Fabrikgebäuden) zu starken Magnetfeldern kommen, die den elektronischen Kompass total durcheinander bringen. Die Inspire ist intelligent genug zu bemerken, dass diese Messwerte unmöglich stimmen können und meldet einen Kompassfehler an den Piloten.

Und dann macht sie folgendes: weil sie weiss, dass sie sich auf die Messwerte nicht mehr verlassen kann, beschliesst sie, dass sie nicht mehr in der Lage ist die Position zuverlässig zu halten und wechselt selbstständig vom P-Mode in den Atti-Mode (=Attitude). In diesem Modus wird nur noch die Flughöhe stabil gehalten, nicht aber die Position. Ein weise Entscheidung, denn wenn der Copter aufgrund falscher Messwerte versuchen würde seine Position zu korrigieren, könnte es im dümmsten Fall passieren, dass er mit Höchstgeschwindigkeit in irgend eine Richtung fliegt.

Tut er aber nicht, er wechselt einfach nur in den Atti-Mode und übergibt damit die Verantwortung für die korrekte Position zurück an den Piloten.

Huch. Das kam jetzt aber unerwartet. Der Copter fängt jetzt nämlich an zu driften, es weht ein leichter Wind von der Seite, ich muss selber gegensteuern. Moment, er driftet nach rechts, seine Blickrichtung ist aber gerade nach links, d.h. ich muss ein klein wenig nach vorne fliegen…prima, klappt… ah, Mist, hier ist der Wind plötzlich weg, also stop…puh,ich drehe ihn lieber mal mit dem Hinterteil zu mir, dann muss ich nicht auch noch immer umdenken…uff, so jetzt hab ich ihn wieder im Griff. Das schöne Video ist jetzt natürlich im Eimer, das müssen wir später rausschneiden.

Das beschreibt so in etwas dass, was dabei im Kopf des Piloten vorgeht. Wenn man nicht damit rechnet und auch das Fliegen im Atti-Mode nie geübt hat, kann das unerwartet Umschalten vom P-Mode in den Atti-Mode leicht zu einem Absturz führen. Das ist uns sogar selber schon passiert, als wir auf dem RAW Gelände in Berlin in geringer Höhe durch einen engen Gang geflogen sind und es plötzlich einen Kompassfehler gab. Der Copter driftete ein Stück zu Seite und berührte mit einem Propeller ein Metallgeländer. Zum Glück ist ausser ein paar hässlichen Schrammen am Hinterteil und am Kameragehäuse nichts passiert.

Also, wie gesagt, Vorsicht in der Nähe von viel Metall: Vorsicht bei Kompassfehlern, denn der Kompass scheint nach unserer bisheriger Erfahrung der störungsanfälligste aus dem Sensor-Zoo der Inspire zu sein.

 

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone
would be great if you share...

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.